Wirtschaft, MVB, Hochwasserschutz, Grün der Stadt

Wählerfrage

Guten Tag,

um für mich eine Wahlentscheidung treffen zu können, bitte ich um Antwort zu meinen folgenden Fragen:
  • Wie kann es Magdeburg schaffen, mehr Einwohner in Arbeit zu bringen, die so gut bezahlt wird, dass keine weiteren Förderungen mehr nötig sind?
  • Wie stehen Sie zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“ und haben Sie hierzu Lösungsansätze?
  • Wie stehen Sie zum „Grün“ in Magdeburg und zu mehr Bienen in unserer Stadt?
  • Welche Maßnahmen halten Sie für den Hochwasserschutz in Magdeburg für notwendig und umsetzbar?
  • Wie kann es Magdeburg schaffen, dass mehr Einwohner die MVB nutzen? Ist es denkbar, die Fahrkartenpreise zumindest für Magdeburger Schüler deutlich zu senken?
Vielen Dank

Antwort

Guten Abend Herr …..,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Magdeburger Bürger diese Möglichkeit hier nutzen. Gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen, schicke aber voraus, dass genaue Maßnahmen erst dann planbar sind, wenn ich als OB der Stadt auch tiefere Einblicke in bisherige Vorgänge erhalte.

„Wie kann es Magdeburg schaffen, mehr Einwohner in Arbeit zu bringen, die so gut bezahlt wird, dass keine weiteren Förderungen mehr nötig sind?“

Die Unsitte der Aufstockung ist etwas, das mich schon lange stört. Wenn jemand gute Arbeit leistet, so muss er dafür ebenso gut vergütet werden. Die Finanzierung des Lebensunterhalts durch aufstockende Beträge über das Jobcenter kosten dem Steuerzahler Geld und subventionieren versteckt Unternehmen, die ohne diese Maßnahme nicht wettbewerbsfähig wären.

Hier gilt es anzusetzen. Zum einen muss dafür Sorge getragen werden, dass existierende Unternehmen in die Lage versetzt werden, wettbewerbsfähig zu arbeiten und vernünftige Löhne zu zahlen. Zum anderen muss aber auch der Standort Magdeburg wirtschaftlich attraktiver für größere Unternehmen gestaltet werden. Dabei sollte unser Augenmerk auf die Schaffung einer Wirtschaftskraft liegen, die Synergien erzeugt und somit zum Wachstum aller Branchen innerhalb der Stadt beiträgt.

  • Als OB würde ich vorrangig dafür sorgen, dass vorhandene Fördermittel für das Wachstum der Unternehmen nicht nur bereit stehen, sondern auch ausgeschöpft werden.
  • Kontrolle der Vergabepraxis von Fördermitteln notfalls in Zusammenarbeit mit dem Land
  • Bessere Begleitung von Unternehmensgründern, Unterstützung bereits vor Gründung, nicht erst während der ersten zwei Jahre, in denen die Jungunternehmer keine Zeit für Seminare haben
  • Forcierung der Vergabe öffentlicher Aufträge an Magdeburger Unternehmen

„Wie stehen Sie zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“ und haben Sie hierzu Lösungsansätze?“

An dieser Stelle ziehe ich mich mal charmant aus der Affäre und sage: Wenn es uns gelingt, in Magdeburg genügend gute Arbeitsplätze zu schaffen, brauchen wir das nicht. Als OB ist für mich ein solches Thema allein nicht zu regulieren oder zu stemmen. Dennoch bin ich mir als Mitglied der Generation durchaus bewusst, dass der Tag eintreten wird, an dem ein bedingungsloses Grundeinkommen Voraussetzung für den Fortbestand einer gesunden Wirtschaft sein wird. Natürlich muss es dann auch von den Nutznießern, der Wirtschaft, finanziert werden. Dieses Geld steht dann auch zur Verfügung, da Unternehmen an Lohn und Lohnnebenkosten sparen werden.

„Wie stehen Sie zum „Grün“ in Magdeburg und zu mehr Bienen in unserer Stadt?“

Magdeburg ist und war immer eine der grünsten Städte Deutschlands. Ich möchte, dass dies auch noch unsere zukünftigen Generationen behaupten können. Dazu gehören neben Parkanlagen, Erholungsgebieten und dem Grün auf unseren Straßen auch die Kleingärten. Da ich aus berichten weiß, dass gerade die Obsternte in Magdeburg manchmal mickrig ausfällt, was nicht zuletzt auf mangelnde Bestäubung zurückzuführen ist, denke ich, dass uns mehr Bienen nicht schaden können. Ich bin keine Biologe oder Gartenfachmann, denke aber, dass ich als OB mit sachkundiger Unterstützung zu diesem Problem eine Lösung finden werden.

„Welche Maßnahmen halten Sie für den Hochwasserschutz in Magdeburg für notwendig und umsetzbar? „

Die Elbe braucht Raum und keine Mauern. Hier müssen wir uns auf unsere Verantwortung besinnen, den Menschen der Stadt gegenüber, aber auch unserer Umwelt gegenüber. Ich halte ein Freihalten des alten Elbarms für notwendig und realisierbar, sowie die ordentliche Bewirtschaftung der Umflutgebiete, Vermeidung von Wildwuchs und so weiter, um die Durchflussgeschwindigkeit zu garantieren. Inwieweit dies realisierbar sein wird kann ich nicht beurteilen. Sinnlose Zerstörung ökologisch wertvoller Gebiete, nur um Kosten zu sparen wird es mit mir nicht geben.

„Wie kann es Magdeburg schaffen, dass mehr Einwohner die MVB nutzen? Ist es denkbar, die Fahrkartenpreise zumindest für Magdeburger Schüler deutlich zu senken? „

Kurze Antwort, indem wir wieder dafür sorgen, dass die MVB im Dienste der Kunden arbeiten kann. Bedarfsgerechte Fahrpläne, die auch abgestimmt sind. Pünktlichkeit, man muss sich wieder auf die MVB verlassen können. Hierzu müssen wir prüfen inwieweit auch Fahrpreiserhöhungen, nicht nur aus Notwendigkeit stattfanden, sondern aus Gründen der Anpassung an Marego Tarife.

Wenn es nach mir persönlich ginge, würden Schüler überhaupt nichts für Ticket zahlen. Gern würde ich die Regelung ändern, nach der Schüler nach der 10./11. Klasse teilweise selbst zahlen müssen. Da müssen wir schauen, was in Magdeburg möglich ist. Wir geben soviel Geld für Dinge aus, die Magdeburg nicht will oder die auch auf andere Weise finanzierbar wären, da müssen wir schauen, inwieweit an diesen Stellen Einsparungen möglich sind, um am Konzept des Nahverkehrs in MD vieles zu verbessern.

Lieber Herr Schwarzwald, ich hoffe Ihre Fragen vorerst zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Zeit in Magdeburg, hoffentlich bald mit mir als Oberbürgermeister dieser tollen Stadt.

Mit nettem Gruß

Philipp Voß

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